Pfarrer Hans Hecht feiert am 12. April 2015

einen Gottesdienst am Gipfel des Großvenedigers

 

   

 

Predigt von Pfarrer Hans Hecht:

Evangelium: Johannes 20 „Thomas“ (gelesen von Maria)
24Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
25Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben.
26Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch!
27Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
28Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
29Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
30Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch.
31Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

 

Liebe Bergkameraden,
gestern bat ich die Maria (Lektorin), die Geschichte vom Thomas vorzulesen. Sie fragte nach: Vom ungläubigen Thomas?
Ich mag es nicht, wenn man der „ungläubige“ Thomas sagt. Er ist ja nicht ungläubig geblieben, sondern zum  Glauben gekommen. Es zählt nicht, was einmal war, sondern das Heute.
Mir ist Thomas sympathisch. Er spricht unverblümt und deutlich aus, was er sich denkt: Ich kann’s nicht glauben. Er ist mir nahe, weil es auch in meinem Leben Zeiten gibt, in denen ich nicht glauben kann..
Dem Thomas wird die besondere Gnade zuteil, dass ihm Jesus erscheint und er ihn angreifen darf.
So kommt er zum Glauben.

Jesus sagt: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Mit anderen Worten: Ich gratuliere euch, wenn ihr glaubt, auch wenn ihr mich nicht so vor euch seht wie Thomas mich gesehen hat.
Aber  was hilft uns zum Glauben?
Das Bibelwort nennt uns zwei Dinge:
Das erste: Es war Sonntag. Die Jünger waren versammelt. Da kommt Jesus zu ihnen. Das dürfen wir auch erwarten: Wenn wir am Sonntag Gottesdienst feiern, dass Jesus da ist; zwar unsichtbar, aber doch wirklich. So wie er jetzt da ist, wenn wir am Gipfel des Venediger Gottesdienst feiern. ER ist da und hilft uns zum Glauben.
Das zweite ist die Bibel. Am Ende der Thomas-Geschichte steht: Diese Dinge sind geschrieben, damit ihr glaubt.
Ich möchte dann jedem von euch so eine Bibel schenken, als Hilfe zum Glauben.

Warum ist der Glaube so wichtig? Viele sagen: Ich kann auch ohne Glauben glücklich sein.
Der Glaube ist wichtig, weil Christus dem Glaubenden das ewige Leben verspricht. Dass es dann nicht aus ist, wenn dein Leben hier auf dieser Welt zu Ende geht. Dass es durch den Tod hindurch zum Leben mit Christus im Himmel geht, wenn es hier zu Ende ist. Das verspricht Jesus dem Glaubenden.

Wie kann ich glauben?
Glauben ist letztlich Vertrauen.
Gestern hat uns der Ewald abgeseilt. Da war auch Vertrauen gefragt. Als ich am Seil hing, habe ich versucht, mit meinen Füßen irgendwie am Boden zu bleiben. So ist es manchmal im Alltag. Wir sind damit beschäftigt,
die Füße am Boden zu haben.

Aber dann rief Ewald: Hans, schau her! Und ich schaute hinauf zum Ewald, an dessen Seil ich hing.
So ist es wichtig, dass Du es hört, wenn Gott Dich anruft, dass Du zu IHM aufschaust, IHN wahrnimmst und merkst und glaubst, dass er dich hält, damit du nicht in die Tiefe stürzt.
Amen.

 

Auch in der Tiroler Tageszeitung wurde ein Artikel geschrieben.

Wer Interesse hat und mehr darüber wissen will, kann einfach auf den Link klicken:

http://www.tt.com/lebensart/freizeit/9914246-91/gro%C3%9F-war-nicht-nur-der-venediger.csp 
(Tiroler Tageszeitung, 21.4.2015 -  Verfasserin:  Irene Rapp)

 

    

   
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