Gideon-Arbeit in Osttirol

Gisela Wuttke: "Es ist beglückend, hier in Osttirol Bibeln zu verschenken.
Wir erleben Zustimmung, manchmal auch Ablehnung. Wir bieten nicht irgendetwas als Geschenk an.
Es ist Gottes Wort, es ist die Basis unseres Glaubens. Wir werben nicht, wir predigen nicht, wir lassen einfach zu, dass das geschieht, was Jesaja im Alten Testament bezeugt:
Gottes Wort kommt nicht leer zurück.

Wir wünschen uns, dass Schüler, Patienten, Ärzte und Pfleger, Urlaubsgäste, Alte und Junge solch ein Bibelgeschenk erhalten - den zuverlässigsten NAVI!"

 

Andreas zu Gisela: Ich erlebte gerade, wie Du im katholischen Religionsunterricht den 16-jährigen Schülern kleine Taschenbibeln angeboten und geschenkt hast. Du sprachst vom NAVIGATOR, dem KOMPASS für ihren Lebensweg – mit Hinweis auf das Inhaltsverzeichnis „wo finde ich Hilfe“ zu verschiedenen Themen. Ich möchte mehr erfahren über diese „Gideons“.

Gisela: Zusammen mit meinem Mann bin ich schon viele Jahre Mitglied im Internationalen Gideonbund. Alle Gideons (sie nennen sich nach Gideon, Buch Richter im Alten Testament) sind in evangelischen Gemeinden zu Hause, also keine neue Gemeinde, keine Sekte! Mit dem Geschenkangebot möchten wir Menschen mit Gottes Botschaft und Jesus bekannt machen. Diesen Dienst tun wir als Ehepaar gemeinsam. Der Gideonbund ist die größte Bibelmission weltweit, gegründet vor mehr als 100 Jahren. Vor kurzem wurde die 2-Milliardste Bibel übergeben.

Andreas: Und wie steht es mit Osttirol ?

Gisela: Osttirol ist überwiegend katholisch. Deshalb ist eine Bibel in der Übersetzung von Luther ungewöhnlich. So habe ich – angefangen bei Pfarrer Hecht – alle Priester und Dekane besucht, Muster der Bibeln (Taschenbibeln, Großdruckausgaben und 4-sprachige Neue Testamente) vorgestellt und meinen Wunsch vermittelt, diese Bibeln zu verschenken. Bei Schuldirektoren und Leitern von sozialen Einrichtungen, Bezirkskrankenhaus und Pflegheimen, auch in Hotels habe ich Zustimmung und sogar Unterstützung gefunden. Obwohl in Osttirol nur 3 Gideons tätig sind, ist es gelungen, über 12.000 Bibeln zu verschenken.

Andreas: Was motiviert dich zu deinem Einsatz?
Gisela: Du hast heute selbst erlebt, wie junge Menschen strahlende Augen bekamen, ihre Freude und Dank über die kleine Taschenbibel mit Beifallklatschen ausdrückten. Ich erinnere mich an einen kleinen Jungen in der Hauptschule St. Jakob i.D. Er sagte spontan: „Beim nächsten Bergfeuer denk ich an den Gideon“.

Sehr viel eindrücklicher war die Begegnung mit einem jungen KFOR-Soldaten, der bei der feierlichen Verabschiedung am Lienzer Hauptplatz von mir eine Taschenbibel geschenkt bekommen hatte.
Er erzählte: In einem Hinterhalt in der Nähe von Pristina waren wir schutzlos, hilflos, der Angst ausgeliefert. Da erinnerte ich mich an die Taschenbibel in meiner Jackentasche. Mir fiel der 23. Psalm ein. Ich las ihn den Kameraden vor: „...und ob ich schon wanderte im finstern Tal…“ Was geschah? Alle 5 Kameraden wurden still, keiner protestierte gegen den „frommen Spruch“. Die Partisanengruppe zog sich zurück.

Das ist meine schönste Bestätigung in den 13 Jahren als Gideonfrau.

Wenn Sie als Leser neugierig geworden sind: Jeder ist herzlich eingeladen, einmal einen Gideon bei seinem Einsatz zu begleiten und selber zu erleben, wie das ist. Weitere Helfer werden dringend gesucht. Bibeln verschenken ist eine prima Sache!


Kontakt:
Gisela Wuttke Schrottendorf 9, 9911 Assling
Tel. 0049 - 160 – 8555614 - e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

   
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