Die Radioansprachen der Sendung "Nachgedacht"

von "Radio Osttirol" hier zum Nachlesen:

(9. bis 15. Feber 2014)

9. Feber

Wenn so viel Schnee auf den Dächern liegt, ist auch die Gefahr von Dachlawinen groß.
Daher meinte die Frau Direktor des Gymnasiums bei der Konferenz:
„Lieber noch einmal nach oben schauen“ – etwa dann, wenn man sein Auto auf dem Lehrerparkplatz der Schule abstellen will.
Lieber noch einmal nach oben schauen, das ist ein guter Rat. Ich verstehe diesen Rat auch so: Lieber noch einmal zu Gott hinschauen, bei allem, was ich beginne, bei einer Entscheidung, dass Gott mich zur richtigen Entscheidung führe.
Lieber noch einmal zu Gott hinschauen am Ende des Tages, IHM den Dank sagen für das Gute, das ich empfangen habe, um Vergebung bitten, wo ich nicht recht gehandelt habe,
und ihn bitten, dass unser Tun und Lassen zum Segen werde, für andere und auch für mich selber.

 


10. Feber
Ich bin gerade beim Schneeschaufeln. Da kommt ein Bekannter. Dem fällt gleich auf, dass auf meiner Windbluse eine Sparkassenwerbung aufgedruckt ist. Er arbeitet ja bei der Sparkasse. Da fällt ihm das sofort ins Auge. Ich hatte die Windbluse vor Jahren bekommen, als ich bei einem Marathon teilnahm. Da wurde unser Team von der Sparkasse gesponsert. Ich hatte mir aber nie Gedanken gemacht, wem ich die Sportkleidung, die wir damals bekamen, verdanke.
Nun gibt es noch einen anderen Sponsor, dem wir noch viel mehr verdanken, den wir uns vielleicht auch nur selten bewusst machen. Ich meine Gott. Ihm verdanken wir doch alles; unser Leben und alles, was wir sind und haben.
Wenn wir ihm alles verdanken, dann ist es doch das mindeste, was wir tun können, dass wir immer wieder einmal ein Dankgebet dafür an Gott richten.

 


11. Feber
Ich hatte vor einigen Tagen einen Autounfall. Gott sei Dank ohne Personenschaden, aber doch mit erheblichem Sachschaden.
Jetzt frage ich: Gott, was willst Du mir mit diesem Ereignis sagen?
Es wird mir bewusst: Ich bin in meinem Leben schon viele hundertausende Kilometer mit dem Auto gefahren. Abgesehen von Dellen und Kratzern am Auto bin ich immer gut angekommen. Das ist nicht selbstverständlich. Das weiß ich jetzt wieder.
Darum sollte jetzt nicht die Klage im Vordergrund stehen über den finanziellen Schaden, sondern der Dank für die unzähligen Male, wo ich mit Gottes Hilfe und Bewahrung gut angekommen bin.

 


12. Feber
Ich hatte vor einigen Tagen einen Autounfall. Gott sei Dank ohne Personenschaden, aber doch mit erheblichem Sachschaden.
Jetzt frage ich: Gott, was willst Du mir mit diesem Ereignis sagen?
Ich bin ja ein sparsamer Mensch. Vor allem spare ich Geld, damit wir uns ein Haus kaufen können, wenn wir in meiner Pension aus der Dienstwohnung ausziehen müssen. Tief in mir steckt der Gedanke: Je mehr Geld wir haben, desto schöner und besser wird dann das Haus sein, das wir uns leisten können und desto glücklicher werden wir dann sein.
Aber das ist ein Irrtum. In der Bibel steht der Satz: „Gott nahe zu sein ist mein Glück“. Um diese Wahrheit zu lernen hat mir Gott einige tausend Euro weggenommen. Glaube ich.

 


13. Feber
Vor einigen ‚Tagen las ich in der TT einen Beitrag, in dem es um schmerzstillende Medikamente im Sport ging.
Dass ein Sportler, der mit dem Sport sein Geld verdient, solche Medikamente nimmt, kann ja einleuchten.
Nun nimmt aber laut der Aussage in diesem Artikel auch jeder dritte Hobby-Marathonläufer solche Mittel. Da stellt sich die Frage: Warum macht der das? Wozu ist der Sport gut?
Für die Gesundheit. Aber wenn man mit Tabletten den Schmerz unterdrücken muss, kann es nicht mehr gesund sein.
Ich mache ja selber auch viel Sport und frage mich: Warum mache ich das?
Dabei sind mir die Gesundheit und das Naturerlebnis wichtig.
Aber wenn ich ehrlich bin, ist es auch die Suche nach Selbstbestätigung und die Suche nach Anerkennung durch andere.
Ich will mich bemühen, die Zusage Gottes zu verinnerlichen; dass Gott zu mir sagt: Du bist mein liebes Kind. Du bist wertvoll auch ohne eine sportliche Leistung.  Mit dieser Zusage Gottes bin ich nicht so abhängig von der Anerkennung durch andere.

 


14. Feber
Neulich war ich bei einer Feier. Die Gäste sind im Saal versammelt und sitzen auf ihren Stühlen. Zwei Musiker spielen ein Stück. Aber die Menschen im Saal setzen ihre Unterhaltung fort. Noch ein wenig lauter als zuvor, damit sie sich trotz der Musik noch verständigen können.
Ich bin traurig. Über diese Respektlosigkeit gegenüber den Musikern.
Ein wenig verstehe ich es ja auch. Die Menschen sind gewohnt, dass überall aus Lautsprechern Musik ertönt, sie sind so abgestumpft, dass sie Musik nur noch als Geräuschkulisse wahrnehmen – auch wenn zwei Künstler direkt vor ihnen spielen.
Das ist schon traurig genug. Noch tragischer wird es aber, wenn die Menschen die leise Stimme Gottes nicht wahrnehmen und mit noch lauterer Unterhaltung übertönen.

 


15. Feber
Wir sagen: Mit der Geburt beginnt das Leben.
Nein, sagen andere: Es beginnt doch schon mit der Zeugung.
Ich gehe noch weiter zurück.
Es begann bereits mit dem Gedanken Gottes, der aus der Ewigkeit kommt.

 

   
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