Die Radioansprachen der Sendung "Nachgedacht"

von "Radio Osttirol" hier zum Nachlesen: 

(26. Oktober bis 1. November 2014)

26. Oktober
Gesundheit ist die Hauptsache sagen wir.
Auch für Jesus ist die Gesundheit des Körpers wichtig. Sonst hätte er nicht so viele Menschen von körperlichen Krankeheiten geheilt.
In den evangelischen Kirchen ist heute Markus 2 das Evangelium:
Die Heilung eines Gelähmten.

Dabei fällt auf, dass Jesus diesem Gelähmten zuerst die Sündenvergebung zuspricht. Man könnte auch sagen: Zuerst die Seele heilt.
Das heißt doch, dass es für Jesus etwas noch Wichtigeres gibt als die Gesundheit des Körpers. Man könnte sagen: Noch wichtiger ist eine gesunde Beziehung zu Gott.
Darüber nachzudenken, dazu möchte ich Sie am heutigen Sonntag bewegen.

 



27. Oktober
Ich bekomme eine Einladung zu einem Fest.
Auf der Einladungskarte steht: „Um Antwort wird gebeten“

Das erinnert mich daran, dass Gott auch einlädt zu einem Fest. Er lädt ein zum Glauben an Jesus Christus. An Christus zu glauben ist ein Fest.
Gott bittet auch um Antwort.
Wenn Du der Einladung folgen willst, dann ist der erste Schritt, dass du Gott im Gebet sagst: Ja, ich möchte zu Deiner Einladung kommen.
Der zweite Schritt ist, dass du den Kontakt pflegst zu den Menschen, die so wie du auch dieser Einladung folgen wollen. 

 



28. Oktober
Ich will mit dem Fahrrad über den Drausteg fahren.
Vor mir eine Fußgängerin. Ich sage „Griaß Di“, aber sie hört es nicht, weil sie Stöpsel in den Ohren hat.

Sie bemerkt mich nicht, obwohl ich direkt hinter ihr herfahre und noch einmal „Griaß Di“ sage.
Ist nicht weiter tragisch. So eilig habe ich es auch nicht, dass ich nicht die paar Meter im gemütlichen Schritttempo hinter der Dame herfahren könnte.
Viel tragischer wäre es, wenn wir den Anruf Gottes nicht hören würden, obwohl er ganz dicht da ist, weil wir Stöpsel in den Ohren haben. Was könnten solche Stöpsel sein? 

 



29. Oktober
Die Mama kommt vom Einkaufen nach Hause.
Da Kommt ihr der Franzi entgegen und schreit ganz aufgeregt:
Mama, da Heinzi hat die ganze Schokolade, die die Tante gebracht hat, ganz alleine aufgefressen und mir hat er nur die leeren Papierln übriglassen.

Stimmt nicht schreit der Heinzi. Die Papierl sind gar nicht leer. Schau eini. Da is ja eh noch eine Schokolade drin.
Aber nur noch 1 Stück. Und die Schokolade hat 10 Stücke gehabt.
Das verstehen wir, dass sich der Franzi aufregen muss.
Verstehen wir auch, dass wir auch nicht viel anders sind als der Heinzi im Blick auf unsere Geschwister in der weltweiten Menschheitsfamilie? 

 



30. Oktober
Vor einigen Wochen erhalte ich ein E-Mail von einem Mann aus N-Deutschland.
Er ist ein Liebhaber von Kirchenglocken. Ob ich ihm nicht Fotos von unseren Kirchenglocken schicken könnte.

Ich will dem Mann seinen Wunsch erfüllen, hole den Turmschlüssel, nehme den Fotoapparat, steige zu den Glocken hinauf, klettere im Glockenstuhl herum, um die Glocken von allen Seiten fotografieren zu können, setze mich dann an den Computer und sende dem Mann aus N-Deutschland die Bilder.
Das war vor ungefähr 2 Monaten.
Ein E-Mail mit einem Dankeschön für meine Bemühungen ist nicht gekommen.

Das gehört sich nicht, werden Sie sagen.
Aber vielleicht ist es bei Ihnen ähnlich.
Sie beten am Morgen „Unser tägliches Brot gib uns heute“
Wenige Stunden später haben Sie Ihr Mittagessen auf dem Tisch. Es könnte auch sein, Sie haben gar nicht gebetet: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ – und es steht trotzdem auf dem Tisch. Und Sie vergessen, im Tischgebet Gott dafür „Danke!“ zu sagen. 

 



31. Oktober
Heute, am 31. Oktober feiert die evangelische Kirche das Reformationsfest.
Sie erinnert sich an Martin Luther.
Seine Frage war: Wie schaffe ich es, so zu leben, dass Gott dazu „Ja“ dazu sagen kann, und ich in den Himmel komme.
Die Antwort fand er in der Bibel:
Den Himmel kann ich mir nicht durch meine Leistung erarbeiten. Er ist ein Geschenk Gottes an den, der an Christus glaubt.

„Gnade“ nennt es die Bibel.
Gnade macht den Menschen froh, frei und dankbar. Aus dieser Haltung heraus geschehen gute Taten, die deshalb wirklich gut sind, weil sie nicht aus aufgezwungener Pflichterfüllung geschehen, sondern von Herzen und aus Liebe. 

 



1. November
Ich möchte Sie einladen zu einer Übung.
Suchen Sie einen angenehmen Platz, wo Sie allein sind; am besten im Freien, oder wenn‘s nicht im Freien geht, dann im Wohnzimmer.
Spüren Sie mit den Augen, mit den Ohren, mit der Nase, mit der Haut.
Aber spüren Sie nicht nur, sondern sprechen Sie es auch aus. Und machen Sie ein Gebet daraus.
Z.B.: Gott, ich sehe die Bäume, mit dem bunten Laub.
Gott, ich danke dir, dass du mich mit diesen Farben erfreust.
Ich danke dir, dass es auch heuer wieder reichlich Äpfel gibt.

Gott, ich spüre die Bank, auf der ich sitze.
Ich danke Dir, Gott, für die Menschen, die diese Bank für mich da hergestellt haben.
Wie die Bank und der Boden mich tragen, so trägst Du, Gott, mich durch mein Leben.

Gott, ich spüre die frische Luft, die mich umgibt.
Gott, so umgibst Du mich von allen Seiten und hältst deine Hand über mir.
Dafür danke ich dir.

Das ist nur eine kleine Anregung.
Gewiss werden Sie noch viel mehr Dinge spüren und im Gebet aussprechen können.

 

 

   
© 2014 Evang. Pfarrgemeinde Lienz