Die Radioansprachen der Sendung "Nachgedacht"

von "Radio Osttirol" hier zum Nachlesen: 

(27. Dezember 2015 bis 02. Jänner 2016)

27. Dezember
In der Bibel berichtet Lukas, wie es nach der Geburt Jesu weitergeht. Sie bringen das Jesus-Baby in den Tempel. Dort ist auch der alte Mann Simeon. Er nimmt Jesus freudig in die Arme und sagt:
Jetzt kann ich in Frieden sterben, weil ich den Christus gesehen habe.

Dieser Simeon regt dazu an, dass sich jeder selber fragt: Was möchte ich in meinem Leben noch unbedingt sehen oder erleben?
Ist es ein bestimmtes Reiseziel? Ist es die Hochzeit eines Enkelkindes oder die Geburt eines Urenkelkindes?
Oder ist es ähnlich wie bei Simeon der Wunsch, Jesus Christus zu sehen oder ihm irgendwie zu begegnen?
Ich glaube, dass das möglich ist. Jesus hat ja gesagt: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
Da kann ich ihm begegnen, und in die Arme nehmen: Ich ihn und er mich. Und dann kann ich behütet leben und in Frieden sterben, weil Sterben nicht das AUS ist, weil er mich hinein begleitet in die Wohnung bei Gott.

 

 

28. Dezember
Die Bibel berichtet von der Geburt Jesu, einiges weniges aus der Zeit, als er noch ein Baby war und nur eine einzige Begebenheit aus seiner Jugend.
Als er 12 Jahre alt war, unternahmen seine Familie und gleichzeitig viele andere eine Wallfahrt nach Jerusalem. In dem Wirbel ging das Kind Jesus verloren und seine Eltern suchten ihn verzweifelt, bis sie ihn schließlich im Tempel fanden. Auf die Vorwürfe seiner Eltern antwortet Jesus mit dem tiefsinnigen Satz:
Wisst ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?
Damit sagt Jesus, dass Gott sein Vater ist.

Im Vaterunser sagen wir, dass Gott auch unser Vater ist. Das Vorbild Jesu sagt uns, dass wir auch in dem sein müssen, was unserem Vater gehört.

 

 

29. Dezember
Ich mache einen Besuch im Krankenhaus.
Der Patient begrüßt mich, den Pfarrer, und sagt: Grüß Gott, Herr Doktor.

Deswegen denke ich nach: Was haben der Arzt und der Pfarrer gemeinsam:
Beide sorgen sich um den Menschen.
Der Arzt sorgt sich um den Leib, der Pfarrer ist Seelsorger.
Der Leib ist vergänglich, ist irgendwann einmal tot.
Der Pfarrer spricht vom unvergänglichen Leben und von Christus, der gesagt hat:
Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
Beide, der Arzt und der Pfarrer, können sich als Diener Gottes verstehen.
Wenn Gott einem Menschen Heilung schenkt, kann Gott es durch seinen Diener, den Arzt, tun.
Wenn Gott einem Menschen den Glauben schenkt und im Glauben das ewige Leben, kann er es durch seinen Diener, den Pfarrer tun, aber oftmals auch durch andere Christen, die überzeugend leben.

 

 

30. Dezember
Ich habe eine Bibel auch auf meinem Computer. Das ist praktisch, weil man dann schnell alle Bibelstellen finden kann, in denen ein bestimmtes Wort vorkommt. Neulich suchte ich „Stern“ in der Bibel. Ich gestaltete die Suche so, dass der Computer auch Wortverbindungen mit „Stern“ suchen soll, z.B. Morgenstern.
Da war ich ganz überrascht, dass bei den Suchergebnissen auch das Wort „Finsternis“ dabei war.
Aber es stimmt: Mitten in dem Wort „Finsternis“ steckt „stern“.

Darüber muss man meditieren.
Es gibt keine Finsternis, in der man nicht auch einen Stern erkennen könnte. Je schwärzer die Finsternis, desto eher kann man die Sterne erkennen.
Die Bibel zeigt uns Jesus Christus als den Stern in der Finsternis. Ich wünsche Ihnen, dass, wenn es einmal finster ist, Sie diesen Stern erkennen können, und dass er Ihr Leben hell macht.

 

 

31. Dezember
Heute müssen Sie unbedingt in die evangelische Kirche kommen. Um 18 Uhr zum Gottesdienst.
Da wird ein wunderbares Wort des Apostels Paulus gelesen und gepredigt.
Römerbrief Kapitel 8:
Es beginnt mit der wunderbaren Zusage: Gott ist für uns.
Und wenn Gott für uns ist, dann soll gegen uns sein, wer immer will. Das braucht uns nicht zu schrecken.
Das Kapitel schließt damit ab, dass Paulus seine große Gewissheit kundtut, die auch Deine Gewissheit sein soll: Dass dich nichts scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus sichtbar geworden ist.
Paulus zählt auf Sünde, Tod und Teufel und noch viel mehr. Das soll uns alles keine Angst einjagen, denn nichts davon kann uns trennen von der Liebe Gottes.

 

 

1. Jänner
In der Evangelischen Kirche gibt es eine Jahreslosung.
Das ist ein Bibelwort, das einen durchs Jahr begleitet.
Für 2016 lautet es:
Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jes 66,13).
Ja, Gott ist Vater. Darum sagen wir auch „Vater unser im Himmel“.
Es ist aber doch auch bemerkenswert, dass uns diese Bibelstelle anleitet, dass wir uns Gott auch wie eine gute Mutter vorstellen sollen, die versteht und bedingungslos liebt, die das Kind in die Arme nimmt und seine Tränen trocknet.

 

 

2. Jänner
Ich weiß nicht, ob Sie schon einmal diese Redewendung gehört haben: So Gott will, werden wir uns im Neuen Jahr wiedersehen.
Jakobus, ein Briefschreiber im Neuen Testament der Bibel legt uns diese Formulierung ans Herz. Wir wissen ja nicht, was kommt. Daher wissen wir auch nicht, ob wir unsere Pläne verwirklichen können. Wörtlich heißt der Satz im Jakobus-Brief:
So solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.

 

 

   
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