Die Radioansprachen der Sendung "Nachgedacht"

von "Radio Osttirol" hier zum Nachlesen: 

(4. bis 10. Jänner 2014)

4. Jänner
Das Evangelium am heutigen Sonntag in unseren evangelischen Kirchen ist aus Lukas 2:
Der 12-jährige Jesus im Tempel.

Maria und Josef hatten ihr Kind Jesus verzweifelt überall gesucht und schließlich im Tempel gefunden.
Ihnen erklärt Jesus: Wisst ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?
Als Christen können wir aus diesem Vorbild Jesu nur die Lehre ziehen, dass am Sonntag-Vormittag unser Platz in der Kirche beim Gottesdienst ist.



5. Jänner
Neujahrsvorsätze sind ja nicht mehr so üblich wie das früher einmal war. Nur noch 25% fassen einen Vorsatz für das Neue Jahr.

Dabei steht an vorderster Stelle: Man will etwas für seine Gesundheit tun.
Ich möchte einen Vorschlag machen für einen Neujahrs-Vorsatz: Sich täglich einige Minuten Zeit nehmen, das Neue Testament zur Hand nehmen und z.B. beginnend mit dem Lukas-Evangelium täglich einen kurzen Abschnitt lesen und fragen: Gott , was willst Du mir heute sagen?
Ich bin überzeugt, dass sich diese wenigen Minuten lohnen. Sie sind auch ein Beitrag zur Gesundheit – der Seele und somit auch des Leibes.



6. Jänner
ist heute. Heilige drei Könige.

Wir Evangelischen sagen lieber „Epiphanias“, was so viel bedeutet wie das Erscheinen Gottes.
„Heilige drei Könige“ sagen wir nicht so gerne, weil die Bibel nichts von Königen berichtet. Es müssen wohl Astrologen gewesen sein, die sich aufgemacht haben, um den neuen König von Israel zu suchen und zu ehren.
Auf alten Bildern wird es oft so dargestellt, dass der vordere der drei Männer direkt vor dem Kind kniet und seine Krone abgenommen hat. So wird es schön deutlich: Nicht ich bin König. Du, Jesus Christus bist der König der ganzen Welt und auch mein König, dem ich mit Freuden diene.



7. Jänner
In unserer Pfarrgemeinde bekommt jedes Kind eine Kinderbibel. Wenn es die 1. Klasse Volksschule besucht, bekommt es beim ersten Gottesdienst nach Schulanfang dieses Geschenk.

Da sehe ich so ein schüchternes Mädchen mit 6 Jahren hinten in der Kirche sitzen. Ich rufe seinen Namen und bitte es zu mir nach vorne. Aber es traut sich nicht zu mir, dem großen Mann da vorne in dem langen schwarzen Kleid.
Was mache ich? Ich mache mich kleiner. Ich setze mich auf die unterste Stufe, die zum Altar führt. Nun traut sich das Mädchen doch zu mir und kann sich sein Geschenk abholen.
Nichts anderes tut Gott auch. Er macht sich ganz klein. Wird ein Menschenkind. Fürchtet euch nicht! Und lasst euch von Gott beschenken!



8. Jänner
Wir saßen im Konferenzzimmer. 3 Lehrer. Wir redeten von einem Konzert, das demnächst stattfinden würde.

Eine Lehrerin fragte: Und ihr macht da mit?
Ja freilich! Er als Trompeter Und ich als Sänger im Osttiroler Lehrerchor. Und etwas angeberisch fügte ich hinzu: Wir sind ja die Hauptpersonen.
Worauf der andere etwas bescheidener meinte. Ich glaub, es tät nicht einmal auffallen, wenn du oder ich nicht dabei wären.
Da kommt mir in den Sinn, die Christen mit den Musikern zu vergleichen. Orchestermusiker und Christen haben gemeinsam, dass sie zusammenwirken in einem größeren Ganzen.
Vielleich fällt es einem musikalischen Laien nicht auf, wenn ein Musiker im Orchester fehlt. Aber einem feinfühligen Dirigenten wird es sofort auffallen.
Wir meinen vielleicht, es würde keinen Unterschied machen, ob ich als einzelner Christ den Platz nicht einnehme, den Gott mir zugewiesen hat. Aber sollte Gott es nicht merken?



9. Jänner
Wir haben die Weihnachtskrippe noch im Wohnzimmer stehen. Wir schauen mit dem Enkelkind alles genau an.

Die Oma fragt. Wo ist das Jesuskind? Da! Sagt der Enkel
Und wo ist der Engel? Da!
Aber das Kind deutet nicht auf den Engel sondern auf den Hirten.
Dabei hatte das Kind doch auch recht. Das griechische Wort angelos hat als 1. Bedeutung „Bote“. Die Hirten sind Boten geworden. Im Weihnachtsevangelium heißt es: Sie breiteten das Wort aus, das sie über Jesus gehört hatten.
Wir Christen sind gerufen, auch auszubreiten, was die Bibel über Jesus sagt. Wenn du das versuchst, wird Gott zu dir sagen: Du bist ein Engel!



10. Jänner
Ich hab in Lienz in einer Kirche eine Krippe angeschaut.

Dort war ein Zettel befestigt, auf dem stand: Bitte nicht berühren!
Ist ja verständlich. Der Krippenbauer hat sich ja so viel Mühe gemacht und hat Sorge, dass etwas kaputt gehen könnte. Und wo kämen wir hin, wenn jeder da seine Finger drin hätte.
Nur scheint mir dieser Zettel nicht recht zur Botschaft von Weihnachten zu passen. Die Botschaft von Weihnachten heißt doch: Gott wird in Jesus Christus Mensch. Er wird ein Gott zum Anfassen. Berühren erwünscht! Lassen wir uns berühren von seiner Liebe und umfassen wir IHN mit unserem Herzen, unseren Gedanken und unserer Liebe.
Sogar mit unseren Händen können wir IHN berühren; denn seine Brüder und Schwestern sind ja heute nach 2000 Jahren unter uns; und Jesus hat gesagt:
Was ihr getan habt einem von diesen Geringsten meiner Brüder und Schwestern, das habt ihr mir getan.

   
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