Die Radioansprachen der Sendung "Nachgedacht"

von "Radio Osttirol" hier zum Nachlesen: 

(6. bis 12. November 2016)

6. November
Ich habe die Bibel schon einige Male durchgelesen. Aber es lohnt sich immer wieder auf’s Neue – weil mir Gott immer wieder neue Erkenntnisse schenkt.
Gerade habe ich wieder das Buch Hiob gelesen.
Hiob war ein reicher, gläubiger Mann, der alles verliert: Seinen ganzen Besitz, seine Kinder und dann
auch noch seine Gesundheit.
Schließlich kommen seine Freunde, die Hiob trösten wollen, ihm aber eigentlich nur auf die Nerven gehen.
Gegen Ende des Buches steht der Satz:
Gott wandte das Geschick Hiobs, als er für seine Freunde Fürbitte tat (Hiob 42,10).
Jetzt nehme ich mir vor, mehr für andere zu beten – auch für die, die ich nicht so mag und will darauf vertrauen, dass es dann nicht nur ihnen besser geht, sondern auch mir. Und ich bitte Dich, lieber Radiohörer, es auch so zu machen.

 

 

7. November
Man kann jetzt in vielen verschiedenen Zeitungen etwas über Martin Luther lesen. Das liegt daran, weil es bald 500 Jahre zurück liegt, dass er mit seinen 95 Thesen eine Initialzündung zu einer Reformation der Kirche gegeben hat.
Eine Frage, die Luther sehr umgetrieben hat war: Wie kann ich vor Gott bestehen?
Dazu las ich in einer Zeitung die Bemerkung, dass uns diese Frage heute fremd ist.
Wenn das so ist, dann kann das doch nur daran liegen, dass wir heute gottloser sind, als Luther es gewesen ist.
Glauben wir nicht mehr, dass es einen Gott gibt, der uns das Leben gegeben hat? Dass unser Leben ganz in seiner Hand liegt? Dass unser Schicksal in Zeit und Ewigkeit von ihm abhängt?
Die Antwort auf seine Frage fand Luther in der Bibel und lautet:
Vor Gott bestehen kann ich nicht aufgrund irgendwelcher Leistungen, sondern allein durch den Glauben an Jesus Christus.

 

8. November 
Ich war an einem Herbsttag in Oberösterreich. Es herrschte dichter Nebel. Ich dachte mir: Da muss man ja auf die Dauer depressiv werden, wenn man das Blau des Himmels und die Sonne nicht sehen kann.
Ebenso deprimierend stelle ich es mir vor, wenn man im Nebel des Unglaubens Gott und seinen Himmel nicht sehen kann. Aber es gibt ja den Berg, den man besteigen kann, damit man hinauskommt aus dem Nebel.
Das ist der Gottesdienst. Da höre ich Worte, die Orientierung geben und eine klare Sicht. Da sind Menschen,
die schon einen Weg erkennen. Im Lob Gottes lichten sich die Nebel.




9. November
Vor 500 Jahren begann durch Martin Luther die Reformation - eine Erneuerung der Kirche. Deswegen wird seinem Leben und Wirken jetzt besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Bekanntlich trat er als junger Mann in ein Kloster ein, um Mönch zu werden. Er war davon überzeugt, dass ein Leben in Verzicht und selbst auferlegten Lasten Gott gefallen würde.
Später erkannte er seinen Irrtum. Ich habe den Eindruck, dass auch heute noch Menschen
in diesem Irrtum gefangen sind.
Da wird vergessen, dass Gott ein liebender Vater ist. Welcher liebende Vater hat Freude daran,
wenn sich sein Kind unnötig belastet und sich selber das Leben schwer macht?

 

 

 

10. November
Vor einigen Tagen fuhr ich in Oberösterreich an einem Einkaufszentrum vorbei, an dem man lesen kann:
Wir haben den Tempel. Sie bringen das Opfer.
Was dazu zu sagen ist, hat der Apostel Paulus schon vor 2000 Jahren bei seiner berühmten Predigt in Athen gesagt, nachzulesen in der Apostelgeschichte, Kap 17:
Der Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhänden erbaut sind.
Auch braucht er nicht unsere Opfer. Im Gegenteil: Er opfert sich für uns.
Neben vergänglichen Gütern gibt er uns auch ein unvergängliches Gut im Himmel. Und zwar gratis, allen, die an Jesus Christus glauben.

 



11. November
Wir besuchten meinen Vater in Oberösterreich. Wir machten einen Ausflug nach Ottensheim, wo heute noch eine Fähre über die Donau betrieben wird. Nostalgische Gefühle kamen über mich, als wir das Auto auf der Fähre abstellten. Wir steigen aus dem Auto aus und wir trauen unseren Augen nicht: Aus dem Auto hinter uns steigen zwei gute Freunde aus, mit denen wir vor über 30 Jahren, als wir noch in Oberösterreich lebten, viel Kontakt hatten.
So ein Zufall, dass die Freunde gerade zur gleichen Zeit am gleichen Ort waren wie wir.
So ein Zufall – Ich sage: Gottes Führung und Fügung.

 



12. November
Ich gebe es zu. Ich bin ein ganz ungeübter Handybenutzer. Gerade wollte ich eine SMS schreiben. Ich tippe 2 Buchstaben ein und plötzlich steht ein ganzes Wort da, das ich gar nicht geschrieben habe. Meine Frau erklärt es mir. Das Handy denkt mit und weiß bereits was du schreiben willst. Sie zeigt mir auch, wie ich diese sinnvolle Funktion ausschalten kann.
Diese Funktion gibt es auch bei Menschen. Sie wissen schon, was der andere sagen will hören gar nicht mehr hin.
Und dann gibt es auch die, die meinen, sie wüssten schon, was Gott will und brauchen die Bibel gar nicht mehr zu lesen. Und doch sind die Wort Jesu und seiner Apostel immer wieder überraschend anders als erwartet.

 

 

 

   
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