Die Radioansprachen der Sendung "Nachgedacht"

von "Radio Osttirol" hier zum Nachlesen: 

(6. bis 12. August)

6. August
In der katholischen Kirche ist heute die Verklärung Jesu das Thema.
Die Bibel berichtet, dass Jesus vor den Augen der Jünger in eine Lichtgestalt verwandelt wurde. Sie hören Gottes Stimme: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!“
Das muss für die Jünger ein gewaltiges Erlebnis gewesen sein.
Der Bericht von Jesu Verklärung wird eingeleitet mit den unscheinbaren Worten „nach sechs Tagen“. Nach den sechs Arbeitstagen feiern Christen Gottesdienst. Im Gottesdienst dürfen wir erwarten, dass auch für uns Christus zu leuchten beginnt. Auch uns fordert Gott auf, auf seinen geliebten Sohn Jesus Christus zu hören.


7. August
 „Ihr seid das Licht der Welt“ sagt Jesus zu seinen Jüngern. Unglaublich! Nicht: „Ihr sollt es sein“, sondern “Ihr seid es“. Seine Jüngern sagt es das. Also seinen Lehrlingen. Wenn du dich entschließt, bei Jesus Lehrling zu sein, dann bist du auch Licht. Natürlich nicht Licht, das aus eigener Energie leuchtet, sondern wie der Mond, der deswegen leuchtet, weil er von der Sonne beleuchtet wird. Oder wie eine Glühbirne, die leuchtet, weil sie am Strom hängt. So sind Jeus Lehrlinge Licht, weil sie mit Jesus in Kontakt sind. Sie geben weiter, was von ihm kommt: Hoffnung, Trost, Liebe, Freude, Wegweisung.



8. August
Der Kurator einer Kirchengemeinde sagt: Unser Herr Pfarrer ist wie der liebe Gott.
Wie meinst du das?
Unter der Woche ist er unsichtbar und unbegreiflich bei seiner Predigt.
Aber Gott sei Dank ist Gott nicht unsichtbar geblieben, sondern in Jeus ist er Mensch geworden,
sichtbar, nahe, angreifbar und er sagt: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich mitten unter ihnen.



9. August
In der letzten Juli-Woche waren wir als kleine Gruppe unterwegs auf einem Pilgerweg in Friaul. Die Quartiere bestellen wir nicht im Voraus, weil man ja nie weiß, wie weit man an einem Tag kommt.
Aber Gott schickte uns immer wieder einen Menschen über den Weg, der uns einen Hinweis geben konnte für eine Nächtigungsmöglichkeit. So ist so ein Pilgerweg auch eine Glaubensschule, in der man sich einüben kann, der Führung und den Fügungen Gottes im Leben zu vertrauen.




10. August
Seit 2000 Jahren wird die christliche Botschaft verkündigt. Heuer begehen wir 500 Jahre Reformation. Trotzdem ist die Botschaft bei vielen nicht ins Herz gesickert.
Wir waren unterwegs auf einem Pilgerweg. Es ging einige hundert Höhenmeter steil bergauf. Da sagte eine Frau: Da kann man seine Sünden abbüßen. Da musste ich es der Frau wieder sagen: Du kannst deine Sünden nicht abbüßen und du brauchst es auch nicht. Vertraue Christus. Er hat schon längst deine Sünden abgebüßt, als er am Kreuz starb. Auch für dich.


11. August
Unsere Enkelkinder sind auf Besuch. Einige von ihnen brauchen Windeln. Windel sind nicht immer sauber und der Duft ist nicht immer angenehm. Da fällt mir ein, wie der Engel den Hirten den Weg zu Christus wies: „Ihr werdet ihn finden in Windeln gewickelt“. Die Windel, in den wir Christus finden ist seine Gemeinde. Da ist der Duft auch nicht immer angenehm, wenn sich vielleicht ein obdachloser Alkoholiker neben dir auf die Kirchenbank setzt. Aber Christus verspricht es. Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.



12. August
Das ist ein harter Verwurf, wenn eine Frau zu ihrem Mann sagt: Du wolltest nicht mich, sondern nur eine Putzfrau.
Oder: Du wolltest nicht mich, sondern nur mein Geld.
Mir kommt vor, diesen Vorwurf müssen wir uns auch von Gott gefallen lassen: Dass wir etwas von Gott wollen, aber nicht IHN. Wir wollen von ihm Gesundheit, Glück und ein gutes Leben, aber wir wollen nicht  in Gemeinschaft mit IHM leben. Gemeinschaft mit ihm heißt, dass wir sein Wort in der Bibel lesen, dass wir in ständigem Gedankenaustausch sind mit ihm, dass wir mit leben mit seiner Gemeinde.

 

 

 

   
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