Die Radioansprachen der Sendung "Nachgedacht"

von "Radio Osttirol" hier zum Nachlesen: 

(28. April bis 4. Mai 2019)

 

28. April:
Heute wird in der evangelischen und katholischen Kirche das gleiche Evangelium gelesen, nämlich die Geschichte von Thomas. Oft sagt man der „ungläubige Thomas“. Diese Bezeichnung lehne ich ab, denn er kam ja zum Glauben. Diese Geschichte zeigt uns, was Glauben hindert und was zum Glauben hilft. Thomas blieb so lange ungläubig, solange er sich vom Jüngerkreis isolierte. Aber am Sonntag nach Ostern, als er sich mit den anderen Jüngern versammelte und Jesus in die Versammlung kam, da kam Thomas zum Glauben. Genau das dürfen wir auch in unseren Tagen erwarten: Dass Jesus beim Sonntagsgottesdienst mitten drin ist und er uns da Frieden schenkt und uns im Glauben stärkt.



29. April:
Die Welt ist erschüttert darüber, dass am Ostersonntag in Sri Lanka mehr als 300 Christen durch Selbstmordattentäter getötet wurden. Jesus hat es vorausgesagt, dass Christen verfolgt werden. Er selber ist ja auch verfolgt worden, ebenso seine Jünger damals. In der Bergpredigt sagt er seinen Jüngern:

Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen.
Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind. (Mt 5, 12-13).


30. April:
Ich unterhalte mich mit einem Mann, der bei der Firma Europten arbeitet. Die bauen Hochspannungsleitungen. Im Firmennamen steckt das Wort „ten“. Zehn. Weil die Firmenleitung den Mitarbeitern Zehn Gebote für die Sicherheit einschärfen will.

Wie könnte man diese Idee auch auf andere Bereiche übertragen? Dass wir an die Zehn Gebote Gottes erinnert werden. Zum Beispiel so, dass man die Schule „Schul-ten“ nennt und so erinnert wird, dass in der Schule die 10 Gebote gelten. Wenn ich sage: Ich gehe „arbei-ten“ – da haben wir schon das Wort „ten“ enthalten. Aber auch in der Freizeit sollen die 10 Gebote beachtet werden.
Dann müsste man „Freizei-ten“ sagen.

Aber das alles hat natürlich nur dann einen Sinn, wenn wir auch wissen, wie die 10 Gebote Gottes lauten. Wissen Sie es?


1. Mai:
Der Spielzeughersteller LEGO hat Spielsets zu allen möglichen Themen, wie zum Beispiel Harry Potter oder Star wars. Nun las ich zum meiner Überraschung in der Zeitung, dass es neuerdings auch ein Set gibt zum Thema Friedhof, mit einem Krematorium und einem Bagger zum Ausheben der Gräber. Es sei deshalb sinnvoll, so etwas anzubieten, weil Kinder das Thema Tod über das Spielen bewältigen.

Und welches Angebot gibt es da für Erwachsene? Das beste Angebot dazu ist wohl der Gottesdienst.
Da spreche ich auch über den Tod. Nicht immer, aber immer wieder einmal. Da gebe ich auch eine Antwort auf die Frage, was danach kommt. Nicht irgendeine Antwort, sondern die, die Jesus Christus gibt.



2. Mai:
Ich fahre gerade mit dem Fahrrad aus der Stadt nach Hause. Bei der Tirolerstraße ist die Ampel auf Rot. Ich bleibe stehen und sehe diagonal gegenüber meine liebe Frau stehen. Sie ist gerade auf dem Weg in die Stadt. Ich winke hinüber in der Hoffnung, dass sie herschaut und zurückwinkt. Aber sie bemerkt mich nicht. Schade. Da denk ich mir. Wie muss es dem lieben Gott gehen. Er winkt doch auch. In der Hoffnung, dass seine Menschen zu ihm schauen. Er winkt mit den Blüten der Bäume, mit dem Gezwitscher der Vögel, mit den Kreuzen auf Türmen und Bergen. Ein Zurückwinken wäre ein Dankgebet oder ein Gottesdienstbesuch.

 

3. Mai:
Ich bin am Berg flott unterwegs. Dabei überhole ich einen anderen. Der meint:
Der Pfarrer geht mit Gott; darum ist er so schnell.
Meine Antwort: Geh du auch mit Gott!
Immerhin steht in der Bibel der Satz:
Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jes 40, 31)


4. Mai:
Es gibt Scheinehen mit dem Ziel, daraus einen Vorteil zu erlangen. Z.B wenn eine Frau aus dem Ausland mit einem Österreicher eine Scheinehe eingeht, weil sie dadurch eine Aufenthaltserlaubnis bekommen möchte. Manchmal kommt es mir vor, dass eine Konfirmation wie eine Scheinehe ist. In der Konfirmation sagt ein Mensch „ja“ zu einem Leben mit Christus. Der Konfirmand erhofft sich bei der Konfirmation ein ansehnliches Geldgeschenk. Aber er hat nicht die Absicht, wirklich mit Christus leben zu wollen. Die meisten, die mich jetzt im Radio hören, sind getauft und gefirmt oder konfirmiert. Wie Ist deine Beziehung zu Christus? Ist es eine Scheinehe? Oder bist Du geschieden? Schade. Aber ein Neubeginn ist möglich. Christus wartet darauf, dass du wieder „Ja“ sagst.

 

 

   
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