Die Radioansprachen der Sendung "Nachgedacht"

von "Radio Osttirol" hier zum Nachlesen: 

(30. Dezember 2018 bis 5. Jänner 2019)

30. Dezember
Die Bibel erzählt nur eine einzige Begebenheit aus der Jugendzeit von Jesus. Diese wird heute in den katholischen Kirchen vorgelesen.
Jesus war zwölf Jahre alt. Josef und Maria wussten nicht, wo er war. Drei Tage lang suchten sie ihn,
bis sie ihn schließlich im Tempel fanden. Er musste schwere Vorwürfe seiner Eltern über sich ergehen lassen. Er antwortet: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?

Was bedeutet das für uns? Als Christen sagen wir wie Jesus, dass Gott unser Vater ist. Dann müssen wir doch auch in dem sein, was Gott gehört. Was gehört Gott? Die Christengemeinde, die sich zum Gottesdienst versammelt. Sie gehört Gott. Dahin gehört der Christ.


Am 31. Dezember möchte ich Sie einladen, zurückzublicken. Zuerst auf alles Gute und dass Sie Gott dafür danken, ihm, dem Geber aller guten Gaben. Denken Sie dabei nicht nur an große, sondern auch an kleine Dinge. Sagen Sie danke dafür, dass Sie das Leben haben, zu essen und zu trinken, etwas zum Anziehen und ein Dach über dem Kopf. Sagen Sie Gott auch Dank dafür, dass er seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt hat und dass es bei uns Kirchen gibt, in denen von ihm gepredigt wird und die Prediger nicht fürchten müssen, dafür ins Gefängnis zu kommen.

 


1. Jänner
Zum Jahreswechsel singen wir in unserer Kirche ein Lied nach einem Gedicht von Dietrich Bonhoeffer,
das er im KZ verfasst hat:

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Mit diesem Gedicht und Lied wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Neues Jahr.

 


2. Jänner
Auch am 2. Jänner wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Neues Jahr. Auch Gesundheit wünsche ich Ihnen.
Ich sage aber nicht, dass das die Hauptsache sei. Meine Überzeugung ist nämlich, dass der Glaube an Jesus Christus die Hauptsache ist. Denn im Glauben kann ich auch eine Zeit der Krankheit durchstehen.
Der Glaubende hält sich fest an dem Wort der Bibel:

„So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben,
nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

 


3. Jänner
Viele nehmen sich vor, im Neuen Jahr etwas für Ihre Gesundheit zu tun. Ich empfehle, außer für die Gesundheit des Leibes auch etwas für die Gesundheit der Seele zu tun. Dazu empfehle ich, die Bibel zu lesen. Ich empfehle, nicht im Alten, sondern im Neuen Testament anzufangen. Nicht in einem Zug durch, sondern täglich einen kurzen Abschnitt, verbunden mit dem Gebet: Gott, öffne mein Herz für das, was Du mir heute sagst! Das müsste sich leicht ausgehen, dass Du bis Ostern mit Matthäus, dem ersten der vier Evangelien durch bist. Damit wünsche ich Dir ein gesegnetes Neues Jahr.

 


4. Jänner
Als Christen sind wir in der glücklichen Lage, dass wir viele gute, tröstliche Worte zur Hand haben:
Im Evangelischen Gesangbuch, im Gotteslob, in der Bibel.

Zum Beispiel im Buch Josua. Josua steht vor der schweren Aufgabe, nach dem Tod des Mose seine Stelle einzunehmen und das Volk zu führen. Aber Gott gibt ihm eine wunderbare Zusage:
„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst“ (Jos 1,9).
Nehmen Sie für die Aufgaben, die im Neuen Jahr auf Sie zukommen, Gottes Zusage an Josua in Anspruch!

 


5. Jänner
Weihnachten liegt nun schon einige Tage zurück. Ich hoffe, es waren für Sie schöne Tage. Oft ist der Glanz des Festes schnell verblasst. Aber jeder Gottesdienst bietet die Chance, das Weihnachtsfest zu erneuern; denn wir singen in jedem Gottesdienst „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“. Das ist es, was die Engel zur Geburt Jesu in Bethlehem gesungen haben.
Beim Heiligen Abendmahl singen wir dann:

„Dass du mich einstimmen lässt in deinen Jubel, O Herr, deiner Engel und himmlischen Heere, das erhebt meine Seele zu dir, o mein Gott, großer König, Lob sei dir und Ehre“. So kann Weihnachten das ganze Jahr hindurch lebendig bleiben.

 

 

   
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