Die Radioansprachen der Sendung "Nachgedacht"

von "Radio Osttirol" hier zum Nachlesen: 

(10. bis 16. Februar 2019)

 

10. Februar:
Ich treffe jemanden am Sonntag und sage: Gesegneten Sonntag!

Er sagt. Dir auch so viel! Schönen Sonntag!
Ist das dasselbe: ein schöner Sonntag und ein gesegneter Sonntag?
Segen hat mit Gott zu tun. Segen kommt von Gott.
Der Sonntag ist dann gesegnet, wenn ich in Kontakt trete zu Gott.
Im Gottesdienst und im Gebet und auf sein Wort achte. Wenn ich mir bewusst mache,
dass alles, was ich bin und habe Ivon IHM kommt und ich IHM dafür danke.

Manchmal segnet Gott auch durch Leid. Es heißt ja: Not lehrt beten.
 


 
11. Februar:
„Nach dem Schneechaos auf der Brennerautobahn gibt es viele Schuldzuweisungen“ – so steht es in der Zeitung. Die PKW-Fahrer geben den LKW-Fahrern die Schuld, die geben den Räumfahrzeugen die Schuld, die geben der Polizei die Schuld. Das ist nicht neu: Adam gibt Eva die Schuld, die gibt der Schlange die Schuld.

Es gibt etwas Besseres, als die Schuld abzuschieben. Nämlich die Schuld beseitigen. Das geht so: Ich ringe mich durch und gebe zu: ICH habe etwas falsch gemacht und ich sage es dem Menschen, der darunter leidet. Ich bitte ihn um Vergebung. Und ich bitte Gott um Vergebung. Zum Beispiel mit der Vater-unser-Bitte: Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
 
 


12. Februar:
Ich habe gelesen, dass vielen Menschen wichtig ist, dass sie viele „likes“ bekommen, also,
wenn sie in einem sozialen Netzwerk einen Beitrag schreiben, dass dann viele Leser schreiben:
Das gefällt mir.

Ich lese ja mehr in der Bibel als in sozialen Netzwerken. Da lese ich als ein Wort Gottes:
Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Dieses like reicht mir völlig und ist mir wichtiger als ungezählte likes von Menschen.
 


 
13. Februar:
Adam und Eva – Wie passt das zusammen mit der heutigen naturwissenschaftlichen Sicht der Entstehung der Menschheit? Ich denke, wenn die Bibel von Adam und Eva spricht, will sie nicht Auskunft geben, wie die Menschheit entstanden ist. Adam heißt „Mensch“ die Bibel gibt Auskunft: So wie Adam so ist der Mensch – seit Urzeiten bis heute: Er ist ein Gemeinschaftswesen,
er will keinen Gott über sich haben, was verboten ist, erscheint ihm als besonders verlockend,
er wird schuldig und schiebt die Schuld auf andere.

 
 


14. Februar:
„Wenn man will, kann man alles lernen“ – Unter dieser Überschrift lese ich einen Bericht
von einem jungen Flüchtling, der deutsch lernt, eine Kochlehre macht und den Pflichtschulabschluss nachholen will.

Wenn man will, kann man alles lernen – ich denke, das gilt auch für den christlichen Glauben. Entscheidend ist: Willst du das? Der Flüchtling besucht Deutschkurse. Ich lade dich ein zu einem Glaubenskurs. Der Flüchtling sagt: Die Sprache lerne ich auch im alltäglichen Umgang mit Einheimischen. So lernt man auch den Glauben im Umgang mit Menschen, die im Glauben einheimisch sind. Unerlässlich ist aber auch das Lehrbuch. Das Glaubenslehrbuch ist die Bibel.
Ich wünsche dir viel Erfolg und Gottes Segen beim Lernen.

 


 
15. Februar:
Wie passt der biblische Schöpfungsbericht zusammen mit der Naturwissenschaft?

Ich denke, dass die Bibel kein Lehrbuch der Kosmologie ist, sonder der Theologie, also der Lehre über Gott. Wichtige Aussagen sind: Alles, was ist, hat Gott geschaffen. Die Schöpfung ist gut. Sonne, Mond und Sterne sind keine Götter, sondern sind geschaffen, dass sie uns dienen.
Ich sehe keinen Widerspruch zwischen Naturwissenschaft und Bibel, sondern für mich sind das unterschiedliche Sichtweisen der einen Wirklichkeit, Sichtweisen, die einander ergänzen.

 
 


16. Februar:
Ist die Bibel nicht ein Märchenbuch?

Ich lese die Bibel von Jugend an. Was mich von Anfang an fasziniert hat, ist die Tatsache,
dass es im Alten Testament zahlreiche Voraussagen gibt, Jahrhunderte von Jesus niedergeschrieben, die zur Zeit Jesu in Erfüllung gegangen sind. Das kann sich kein Mensch so ausdenken. Daher bin ich schon früh zur Überzeugung gekommen, dass Gott selber die Schreiber der Bibel inspiriert hat. Sie ist das Wort Gottes an uns. Sie zu lesen ist wichtiger als alles andere. „Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren“, sagt Jesus (Lk 11, 28).


   
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