Die Radioansprachen der Sendung "Nachgedacht"

von "Radio Osttirol" hier zum Nachlesen: 

(28. Juli bis 3. August 2019)

 

28. Juli
In unseren Gottesdiensten wird heute Psalm 139 gelesen.
Er ist ein wunderbares Gebet.
Ein Satz daraus lautet:
Gott, „von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch.
Ich kann sie nicht begreifen.“
Herzliche Einladung, den Gottesdienst mit zu feiern und den Psalm 139 für sich selber zu lesen
und am besten den Psalm auswendig zu lernen.


 
29. Juli
Am Straßenrand steht eine Frau mit Kinderwagen. Ein Autofahrer bleibt stehen, um sie über die Straße zu lassen. Ich bleibe mit dem Fahrrad auch stehen und denke dabei: Ein paar Meter weiter wäre ein Zebrastreifen. Die Frau geht mit Kinderwagen über die Straße und ich höre, wie sie dabei sagt: „Ohne Zebrastreifen“.
Dabei lerne ich ein Dreifaches:
Das gute Beispiel des Autofahrers, der stehenbleibt, motiviert zum Nachmachen.
Wenn sich jemand für andere bemüht – wie z.B die Mutter mit dem Kinderwagen für das Kind –
da ist man gerne zuvorkommend.

Wenn jemand einen Fehler einsieht und zugibt – sie hätte beim Zebrastreifen die Straße queren sollen – dann ist man gerne nachsichtig.


 
30. Juli
Wo der Goggsteig beginnt, plätschert ein Brunnen. Vor längerer Zeit habe ich dort ein Häferl hingehängt mit dem Bild unserer Kirche und dem Segensspruch:
„Möge Gott auf dem Weg, den du gehst, vor dir hergehen“.
Nach einiger Zeit lag das Häferl zerbrochen am Boden. Ich hängte wieder eines hin.
Nach einiger Zeit war es weg. Ich hängte wieder eins hin.

Inzwischen sind Wochen vergangen. Gestern machte ich mich wieder auf den Weg dorthin,
mit einem neuen Häferl im Rucksack und dachte nach über böse Menschen, die so ein Häferl einfach mitnehmen. Dann war ich ganz überrascht, dass das Häferl noch immer dort hing.

Mit innerlicher Bewegung las ich mir selber das Segenswort vor:
„Möge Gott auf dem Weg, den du gehst, vor dir hergehen.“


 
1. August
Man feiert groß, dass vor 50 Jahren ein Mensch den Mond betreten hat.
Wir man eines Tages feiern können, dass kein Mensch verhungern muss?
 
Eine Reporterin einer Zeitung wollte wissen, was ich in meiner Pension vorhätte.
Ich sagte, dass die Antwort mit einem Satz aus der Bibel beginnen muss, nämlich:
„Wenn Gott will, werden wir leben und dies und das tun.“
Schade, dass dieser Satz, der mir wichtig ist, nicht abgedruckt wurde:
„Wenn Gott will, werden wir leben und dies und das tun.“


 
2. August
Wir waren unterwegs in Slowenien auf dem „Weg des Buches“.
Hinter einer Wegbiegung taucht eine Kirche auf, ein hohes Gebäude mit hohen runden Fenstern.
Beim Näherkommen kommt das ganze Gebäude in den Blick und wir merken: Es ist gar kein Kirche, sondern ein Kraftwerk.
Eine Kirche ist auch ein Kraftwerk – besonderer Art. Viele Bilder in Kirchen zeigen Menschen,

die aus dem Glauben Kraft geschöpft haben.
Wenn wir Gottesdienst feiern schöpfen wir Kraft.
Im Gottesdienst hören wir  die frohe Botschaft des Evangeliums. Die Bibel sagt, dass das Evangelium eine Kraft Gottes ist, die Menschen rettet.


 
3. August
Wir waren unterwegs auf dem „Weg des Buches“ In Jesenice führte uns ein hoher Fußgängerübergang über die Bahngeleise. Es geht über einige Stufen hinauf, dann nach rechts die nächste Stiege und so fort. Ich sehe, wie die eisernen Geländer mit einem grün-gelb isolierten Kabel verbunden sind – der Schutzleiter. Oben beim letzen Geländer sehe ich, dass der Schutzleiter durchtrennt ist. Was haben die all die Schutzleiter unten für einen Sinn, wenn oben die Verbindung durchgetrennt ist?
Ich frage: Wenn die Verbindung nach oben – zu Gott – durchtrennt ist – hat dann alles überhaupt noch einen Sinn?

 

 

   
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