Herr Pfarrer Hecht schreibt in regelmäßigen Abständen 

unter der Rubrik "Weiterdenken" 

einen Artikel in der Bezirkszeitung "Osttiroler Bote"  

(Februar 2019)

 

 

14. Februar:

Was seid ihr so furchtsam?
 
Mich bewegt die biblische Erzählung von der Sturmstillung (Markus 4, 35-41), weil sie so aktuell ist.
Ich lese „Windwirbel“ und denke an die Prognosen zunehmender Häufung außergewöhnlicher Wetterereignisse. Ich lese von den Wellen, die ins Boot schlugen und denke an die Rede von der Flüchtlingswelle und von dem Boot, das angeblich schon voll sei. Ich lese vom Boot, das unterzugehen drohte und denke daran, dass manche die Kirche dem Untergang geweiht sehen. Ich lese, dass es Abend war, als das Boot zum anderen Ufer aufbrach und denke an meinen Lebensabend und das jenseitige Ufer, das Jenseits.
Jesus schlief im Boot, und viele haben den Eindruck, dass Gott heute auch schläft. Aber dann weckten die Jünger Jesus, er stand auf und brachte mit seinem mächtigen Wort Wind und Wellen zum Verstummen.
Es trat eine große Stille ein und Jesus sprach: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?

Diese Worte mahnen uns, dass wir mit unseren Gebeten Jesus wecken, damit eine Stille eintritt. Entweder so, dass Jesus die Wogen glättet, oder so, dass er unsere Gemüter beruhigt, dass wir wieder vernünftig nachdenken und handeln können.
Möge doch Jesus nicht nur unseren Unglauben tadeln, sondern uns Glauben schenken, damit unsere „Heidenangst“ wiche! Dass es diese Welt gibt und nicht nichts, helfe uns glauben, dass Gott diese Welt noch länger will. Dass im Diesseits etwas ist, helfe uns glauben, dass auch im Jenseits nicht nichts ist.
Dass die Kirche noch nicht untergegangen ist und noch Christus predigt, helfe Dir zu glauben, dass er auch Dein Retter sein will.

 

21. Februar:

Mehr wert als eine Million Euro

Liebe Leserinnen und Leser dieser Rubrik,
dies ist möglicherweise mein vorletzter Beitrag hier. Ich bete um einen Nachfolger, der nach meiner Pensionierung im September an meiner Stelle hier weitermacht. Somit ist dieser Beitrag gleichsam ein Vermächtnis. Ich möchte die vier Allein der Reformation in Erinnerung rufen:


Allein Jesus Christus. Er allein ist für unsere Sünden gestorben. Er allein ist unser Retter vom Tod zum ewigen Leben.
Allein die Gnade. Gnade ist ein unverdientes Geschenk. Der Himmel ist ein Geschenk der Gnade Gottes.
Wir können uns den Himmel nicht erkaufen, weder mit Geld, noch mit besonderen Leistungen.

Allein der Glaube. Glauben heißt auf Jesus Christus vertrauen. Der Glaubende empfängt das Geschenk des ewigen Lebens, des Himmels. Die Freude über dieses Geschenk verändert den Menschen, so dass er nicht
der Alte bleibt. Der Glaube selber ist ein Geschenk. Er wird entflammt und gestärkt im Hören auf die Christus-Predigt und in der Gemeinschaft der Glaubenden.

Allein die Heilige Schrift. Das ist die Bibel. Sie legt uns zuverlässig dar, was wir zum christlichen Glauben
und Leben brauchen.

Um das zu predigen habe ich meinen Ingenieurberuf gekündigt und bin ich als Pfarrer vor 33 Jahren nach Lienz gekommen. Wenn ich einem Glaubenden im Namen Jesu das ewige Leben zuspreche, dann ist das wertvoller als wenn ich als Patentingenieur einem Diensterfinder im Namen der Fima eine Million Euro zusprechen würde.

 

27. Februar:

Lest die Bibel!

Mir ist die Bibel von meiner Jugendzeit an wichtig. Ich glaube, dass die Bibel nicht bloß ein menschliches Buch ist, sondern dass Gott selber die Schreiber mit seinem Heiligen Geist inspiriert hat. Spricht Gott heute auch noch zu den Menschen wie damals zu Abraham oder Mose? Ja. Gott spricht auch heute noch, vorrangig durch die Bibel. Warum ist Dipl. Ing. Hans Hecht nicht Patentingenieur geblieben, sondern Pfarrer geworden?
Weil Gott ihn dazu gerufen hat. Wie? Durch das Buch des Propheten Haggai in der Bibel.

In der Bibel sind die Worte von Jesus Christus aufgezeichnet. Nur so können wir Christen sein und Christen bleiben, wenn wir die Worte des Christus lesen und uns zu Herzen nehmen. Der Apostel Petrus nennt die Worte des Christus „Worte des ewigen Lebens“. Gerne spreche ich von der Bibel als dem Liebesbrief Gottes an uns Menschen. Der Mensch braucht Nahrung nicht nur für den Leib, sondern auch für die Seele.
Die finde ich in der Bibel. Der Mensch braucht etwas Festes im Strom der sich so rasch verändernden Meinungen. Die Bibel ist dieser Fixpunkt. Der Mensch wendet viel Zeit auf, um die Nachrichten – meist schlechte – zu verfolgen. Es gibt auch eine gute Nachricht. Das griechische Wort dafür ist Evangelium.
In der Bibel ist es zu finden.

Es gibt Christen, die Bibelteile verschenken, als handliche Taschenausgaben oder im Großdruck. erne vermittle ich Ihnen so ein Geschenk.
Im Lied heißt es von der Bibel: Freude, Kraft, Mut, Zuversicht, all das schenkt dein Wort.
Das alles verbunden mit dem Segen Gottes wünscht Ihnen beim Lesen der Bibel von Herzen der

evangelische Pfarrer Hans Hecht.

 

   
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