Herr Pfarrer Hecht schreibt in gewissen Abständen 

unter der Rubrik "Weiterdenken" 

einen Artikel in der Bezirkszeitung "Osttiroler Bote"  

 

 

hier der Beitrag vom 7. Mai 2015

Profitieren - aber nichts beitragen

Ja, so einer bin ich.
Ich bin gerne in den Bergen unterwegs – und wäre es wohl öfter, wenn ich mehr Zeit dazu hätte. Da profitiere ich davon, dass es auf den Bergen Wege gibt, Markierungen und Schutzhütten. Aber ich trage nichts dazu bei. Ist das nicht zum Schämen? Und deswegen werde ich ehestmöglich dem Alpenverein beitreten und mit meinem Mitgliedsbeitrag auch etwas beitragen.
Das tue ich, damit ich mich nicht mehr schämen muss, und davon schreibe ich, um wie Jesus ein Gleichnis zu erzählen, damit du dich fragst: Bin ich auch so einer?
Ich schreibe dieses Gleichnis für Menschen, die sagen: Ich habe meinen Glauben an Gott – aber dazu brauche ich keine Kirche. Bist du so einer? Profitierst du, aber trägst nichts dazu bei?
Was man von der Kirche profitiert oder zumindest profitieren kann: Das Wissen von Gott und seinem Sohn Jesus Christus, die Bibel, Gottesdienste, Trauung, Begräbnis, Religionsunterricht, Bildungshäuser, Baudenkmäler, Musik, Einstellungen wie Nächstenliebe, Feindesliebe, Verantwortungsbewusstsein, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Caritas und Diakonie, Hilfe bei Katastrophen, Gewissensbildung. Menschen in der Kirche beten für dich. Eine Hoffnung über den Tod hinaus. Glaube, Hoffnung, Liebe…
Da ist doch das eine oder andere dabei, von dem du auch schon profitiert hast und auch heute und morgen noch profitierst.
Und du willst nichts dazu beitragen? Das ist doch eine Schande!
Was du tun kannst? Tritt wieder bei! Und zahl den gerechten, vorgeschriebenen Beitrag. Und breite die Botschaft Jesu aus mit Wort und Tat und deinem Gebet. Und trag dazu bei, dass das Ansehen der Kirche wächst und auch viele Andere von ihr profitieren können.

 

 

hier der Beitrag vom 13. Mai 2015

Opa, hat Gott schon einmal zu dir geredet?

Vor einigen Tagen erzählte mir ein Mitfahrer im Auto: Gestern hat mich meine Enkelin gefragt: Opa, hat Gott schon einmal zu dir geredet? In den Religionsstunden erzählt die Lehrerin immer wieder, dass Gott früher geredet hat: Zu Abraham, zu Noah, zu Mose. Da will ich wissen, ob man ihn auch heute hören kann.
Und was hast du deiner Enkelin geantwortet? – wollte ich wissen.
Da erzählte er: Ich sagte ihr, dass Gott oft zu mir redet. Er sagt zu mir: Mach das. Pflanze da den Baum. Gieße dort. Geh dorthin, und rede mit dem. Fahr zu Schwester und besuche sie. Das alles redet Gott mit mir.
Dann erzählte ich ihm: Zu mir redet Gott auch. Das erlebe ich besonders, wenn ich in der Früh die Bibel aufschlage, um darin zu lesen. Da bete ich vorher: Gott, sprich jetzt zu mir! Manchmal sagt jemand zu mir: Du bist doch Diplomingenieur; wie ist es gekommen, dass du Pfarrer geworden bist? Dann sage ich immer: Weil Gott zu mir geredet hat. Es war ein ganz bestimmtes Prophetenwort. Was der Prophet damals zum Volk Israel sagte, passte so genau in meine Lebenssituation, dass ich wusste: Da redet Gott durch den Propheten auch zu mir.
Dann glaube ich, dass Gott auch im Gottesdienst durch die Predigt zu den Menschen spricht. Jesus sagte zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich (Lukas 10, 16). Da hören wir im Gottesdienst durch die Stimme eines Menschen Jesus und damit Gott.
Ich glaube auch, dass Gott durch die Ereignisse des Lebens zu mir spricht. Durch das Schöne, aber auch durch Ereignisse, die mir nicht gefallen. Da bete ich: Gott, lass mich erkennen, was du mir damit sagen willst.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch Gott immer besser reden hören können.

 

 

hier der Beitrag vom 21. Mai 2015

Pfingsten contra Babel

Sie kennen die biblische Geschichte vom Turmbau zu Babel aus dem Alten Testament in Genesis 11
(In der Luther-Bibel steht es in 1.Mose 11)?

Es wird berichtet von Menschen, die einen Turm bauen wollten, dessen Spitze bis in den Himmel reicht. Ich erkenne darin den Wunsch der Menschen, dass sie keinen Gott über sich haben wollen. Sie wollen ihn höchstens neben sich haben. Sie wollten sich „einen Namen zu machen“, berühmt werden. In dieser Erzählung steckt auch ein Schuss Ironie: Das nach Meinung der Menschen so großartige Bauwerk ist in den Augen Gottes so winzig, dass er erst herniederfahren muss, um es zu sehen. Und so fuhr Gott hernieder und „verwirrte ihre Sprachen“. Einer konnten den anderen nicht mehr verstehen. Sie mussten das Vorhaben aufgeben und zerstreuten sich in alle Lande.
Beim Pfingstwunder, wie es im Neuen Testament in Apostelgeschichte 2 beschrieben ist, ereignete sich genau das Gegenteil: Menschen aus allen Ländern mit vielen unterschiedlichen Sprachen kamen zusammen und konnten verstehen, was die Apostel predigten. Der Inhalt der Predigt war nicht der Ruhm von Menschen, sondern „die großen Taten Gottes“. Gottes Heiliger Geist bewirkte das Verstehen über Sprachbarrieren hinweg.
Sie wünschen sich, dass der Heilige Geist auch in Ihrem Leben wirkt? Was soll er denn wirken? Dass Sie mit Ihren Plänen weiterkommen? Wollen Sie Gottes Geist als Ihren Diener haben für Ihre Anliegen?
Oder wollen Sie, dass durch Sie, durch Ihr Reden und Tun Gott groß wird? Dann dürfen Sie mit dem Beistand des Heiligen Geistes rechnen, der Ihnen den Glauben stärkt, Sie mutig macht und Ihnen Liebe und die richtigen Worte gibt.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest!

 

 

   
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