Beitragsseiten

 

 

 

  Gisela Wuttke berichtete im September 2013

   Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist,
   von dem wird man viel fordern (Lukas 12,48)

Diese Worte Jesu begleiten und prägen mich seit früher Jugend. Ich erlebe bewusst, wie viele Gaben mir aus Gnade gegeben wurden.
Viele, oft abenteuerliche Reisen mit meinem Mann in Länder berühmter Kulturen konnten uns nie geben, was wir im abgelegenen Osttirol gefunden haben: Die evangelische Pfarrgemeinde Lienz, in der das Evangelium unverfälscht verkündet wird.

Diese Gemeinde ist seit fast 40 Jahren meine geistliche Heimat – Das sind: Gottesdienste in der Martin-Luther-Kirche Lienz, in Steinfeld, Greifenburg, Dellach, Winklern im Sommer auch in Heiligenblut, Matrei und St. Jakob – die regelmäßigen Bibel- und Gesprächskreise an vier Orten, der Spatzengottesdienst für Kleinkinder, neuerdings auch die persönliche Begleitung von Trauernden, der Glaubenskurs im Frühjahr und jetzt auch eine für Oktober 2013 geplante erste Gemeinde-Freizeit. Dies alles getragen durch Pfarrer Hans Hecht und mithelfende Gemeindemitglieder.

Deshalb bin ich froh, durch die Wahl in die Gemeindevertretung verantwortungsfoll tätig zu sein. Als Delegierte in den Superintentialversammlungen und Seminaren sehe ich eine Möglichkeit, mich für den Erhalt christlich-evangelischer Werte treu dem Evangelium einzusetzen. Eine besonders schöne Aufgabe war die keramische Gestaltung unserer Stele für die Kärntener Landesausstellung in Fresach.

In der dominierend katholischen Gesellschaft in Osttirol und Lienz werde ich oft über die Besonderheiten meiner „evangelischen“ Glaubensinhalte befragt. Dabei höre ich überwiegend Anerkennung und Wertschätzung unserer Gemeinde.

Zur Zeit beobachte ich zunehmend einen Trend zu spiritueller Religiosität. So sprach mich neulich ein Osttiroler Hotelier zum Thema Glauben und Gott an. Er zeichnete ein buntes Spektrum seiner Glaubenswelt: Ein wenig Jesus, ein wenig Buddhismus und Wiedergeburt, meditative Praktiken wie Yoga, Klangschalen, heilende Steine. Er hat sich seine eigene Religion geschaffen, angepasst an seine jeweiligen Bedürfnisse.

In dieser Beziehung geben die wenigen Minuten „Nachgedacht“ unseres Pfarrers Hans Hecht in Radio Osttirol vorbildhaft Orientierung; stets zentral bezogen auf die echte Basis unseres Glaubens nämlich die Bibel.

Mein Mann und ich gehören zum evangelischen Gideonbund. Er ist jetzt weltweit die größte Bibelmission. Vor acht Jahren bat mich die Tiroler Landesleitung auch in Osttirol in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen und Hotels Bibeln (Lutherübersetzung) anzubieten und zu verschenken. Das geschieht indirekt auch für unsere Gemeinde in Bereichen, die sonst nicht erreicht werden. Daraus ergeben sich oft persönliche Gespräche; zum Beispiel neulich mit einer Mutter, die um die Verwahrlosung ihrer Töchter bangt. Hier wächst auch mein Wunsch, dass die so wichtige Jugendarbeit bei uns in Lienz gute Früchte trägt.

Die Gemeinde der Lutherkirche habe ich in allen Jahren als geistliche Lebensquelle schätzen gelernt. Diese Lebenserfahrung wünsche ich allen Lesern dieses Gemeindebriefes nah und fern. Denn die Gemeinschaft unter dem Wort Gottes ist unverzichtbar für ein erfülltes Leben.

Mein Mann und ich wohnen in einem kleinen alten Bergbauernhaus in Assling – Schrottendorf. Dort webe ich gerne an einem Bauernwebstuhl. Dort entstehen auch Keramiken mit eigen entwickelten Glasuren. Und noch immer bin ich gern mit meinem Mann am Berg, allerdings nicht mehr auf dem Großglockner.


 

 

 

   Ehrenkurator Dipl.-Ing. Herbert Philipp berichtete im Juni 2013

  Gedanken eines 90-jährigen
  über den Glauben, die Aussagen der Bibel und überhaupt:

Mein Konfirmationsspruch lautet „Halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme!“ Offbg. 3,11.
Als mir, als 15-Jährigem, Vikar Mertens in der damals ärmlichen Barackenkirche am Innufer in Kufstein diesen Satz zusprach, konnte ich in meiner Jugend wenig damit anfangen. Was sollte das, ich bin doch kein König oder Prinz mit einer Krone, die mir genommen werden könnte? Ich dachte auch, ehrlich gesagt, nicht viel darüber nach.
Für mich standen damals ganz andere Ereignisse im Vordergrund. Mein Konfirmationstag war nämlich der 26. Juni 1938, nur wenige Wochen, nachdem Österreich von der Landkarte verschwunden war. Das neue Regime bot alles auf, um die Bevölkerung zu begeistern. Durch die dünnen Barackenwände dröhnten die NS-Kampflieder und Märsche aus den Lautsprechern, die in den Straßen aufgestellt waren. Ich war mit meinen Gedanken eher bei den Aufmärschen der Hitlerjugend, zu der ich damals, wenn ich ehrlich bin, mit Begeisterung rekrutiert wurde. Schon damals wurde den Jugendlichen eingebläut, den Worten des Juden Jesus nicht zu folgen. Wie der große Führer sagte, bestimmt alles die „Vorsehung“!

Als Soldat vier Jahre im Krieg schrumpfte mein Glaube zu einem kleinen, schwach flackernden Flämmchen und doch hatte ich immer das Gefühl, Gott ist mit mir – besonders aber bei meinem schweren Unfall: Ich wurde von einem gepanzerten Heeresfahrzeug angefahren, unter dem Vorderrad mitgeschleift, und mein Leben hing nur mehr an einem seidenen Faden.
Erst viel später erfasste ich, was mir der Pfarrer mit diesem Spruch sagen wollte: Die schönste Krone, die ein Mensch tragen kann, ist sein fester Glaube. Er erkannte schon damals wenige Tage nach dem „Umbruch“, dass mit allen Mitteln versucht würde, den Glauben schlecht zu reden, und wollte mich mit diesem Spruch daran erinnern, doch im Glauben fest zu bleiben!

Viele sagen: „Glauben heißt nichts wissen!“ – Es kann sein, es kann aber auch nicht sein. Die Wissenschaft sucht überall nach Beweisen für ihre Aussagen. In der Religion gilt der Grundsatz des Vertrauens. Es gibt nur die Aussagen gelehrter Männer, der Propheten und der Zeitgenossen im Leben Jesu. Aber die Tatsache, dass viele Gefolgsmänner Jesu sich eher töten ließen, als Jesu Gottesmacht und Auferstehung zu leugnen, stärkt dieses Vertrauen.
Die Aussagen wurden damals aufgeschrieben und später in die einzelnen Sprachen übersetzt. Wer die phantasiereiche und blumige Ausdrucksweise der Orientalen kennt, kann sich denken, dass die Übersetzung kein leichtes Unterfangen war. So stehen in der Bibel auch so manche Absätze in einer Ausdrucksweise, deren Sinn zu erkennen vielen schwer fällt. So ist das Besprechen der Texte in den verschiedenen Bibelkreisen, wie auch beim Bibelfrühstück im Lienzer Pfarrhaus sehr wertvoll, fördert das Verstehen der biblischen Aussagen und damit auch den Glauben.

Die Entwicklung des Glaubens im Verlauf des menschlichen Lebens ist eine Berg- und Talfahrt. Ist er bei der Konfirmation noch eine kraftvoll brennende Flamme, schrumpft er bei 95% der Menschen während der folgenden Arbeits- und Berufszeit zu einem schwach flackernden Lichtlein, das durch die Stürme des Lebens immer wieder vom Erlöschen bedroht wird. Bei einigen erlischt es auch gänzlich, einige halten es durch den Besuch der Kirche am Karfreitag und zu Weihnachten am Leben. Erst im späteren Leben, wenn ein Ende der Erdenzeit schon näher rückt, wird wieder eine Nähe zu Gott gesucht und die Flamme des Glaubens bekommt mehr Nahrung.

Als Kurator habe ich bei der Begrüßung der Konfirmanden als neue, mündige Gemeindeglieder, diese immer wieder ermuntert, dem Glaubensfeuer auch im weiteren Leben durch den Besuch der Kirche und das Hören der Predigt Nahrung zu geben. Es war in den meisten Fällen vergeblich!
Öfters dachte ich mir, ob ich das überhaupt durfte, obwohl ich selbst genau den gleichen Weg gegangen bin? Diese Hungerzeit des Glaubens scheint vorprogrammiert zu sein! Ich denke, für Gott ist nur das Zurückfinden seines Kindes zum Glauben wichtig.

 

 


 

 

Juni 2013

Hildegard Bahrs die vor 50 Jahren konfirmiert wurde, schreibt:

Gerne erinnere ich mich aber an meine Konfirmation zurück.
Aus Stein kommend, mit dem Zuch nach Lienz zum Konfirmandenunterricht zu fahren, war ja schon immer ein Unternehmen für sich.

Dann Pfarrer Johne, den ich auch im Religionsunterricht in der Volksschule hatte. (Seine Geschichten aus dem Neuen Testament habe ich bis heute nicht vergessen.)
Der Konfirmandenunterricht war wegen der wenig autoritären Art unseres Pfarrers, nicht besonders anstrengend, wenn wir damals auch noch vor der Gemeinde geprüft wurden. Ich musste aus Luthers Katechismus den 3. Glaubensartikel mit Erklärung aufsagen. Die Spannung und Aufregung, als ich am Abendmahl teilnehmen konnte, war so unbeschreiblich, dass ich heute noch, wenn ich daran denke, mein Herz klopfen höre.

Wir waren übrigens, wenn ich mich recht erinnere, der erste Jahrgang, der in der neu erbauten Kirche konfirmiert wurde, das war noch einmal ein Höhepunkt an sich.
Nach der Konfirmation ging es dann zum Fotografen und dann nach Hause, wo die Familie, die Taufpatin und einige enge Freunde meiner Eltern auf uns warteten.
Über Geschenke haben wir uns damals auch schon gefreut. Sie nahmen aber keinesfalls diesen Stellenwert wie heute ein und es waren eher Standardgeschenke, wie die erste Armbanduhr, eine Halskette, einen Silberlöffel und ein paar Bücher.
Jedenfalls waren es Dinge, die ich auch noch heute besitze.

Ich wünsche Ihnen mit Ihren „Konfirmanden“ einen schönen, unvergesslichen Tag und grüße herzlich aus Ratzeburg.

 

 


 

 

 

 

   Daniel Pistorius berichtete im Feber 2013

  Glaubenszeignis: Jesus spricht: „Ich bin der gute Hirte.“ Joh 10,11

Mein Name ist Daniel Pistorius. Ich wohne seit 2009 mit meiner Familie in Irschen im oberen Drautal, wo wir mit Freude einen mittelgroßen Bauernhof bewirtschaften. Es freut mich, dass wir in der evangelischen Kirche in Lienz Anschluss gefunden, und dort auch die Möglichkeit haben, das Gemeindeleben aktiv mitzugestalten.
Obwohl ich durch meine glaubenden Eltern schon von Beginn an mit den christlichen Lehren konfrontiert war, habe ich mich doch erst nach der Schulzeit, mit 18 Jahren, bewusst für den Glauben an Jesus Christus entschieden.

Seitdem ist es mir an allen Stationen meines Lebens ein Bedürfnis gewesen, die Nähe zu IHM und seiner Gemeinde zu suchen. Angefangen bei der Zeit als Grundwehrdiener bei der Bundeswehr, über die Studienjahre, bis zum heutigen Tag als Ehemann, Vater und selbstständiger Landwirt.

Mein Beruf bietet ein gutes Übungsfeld, Glauben und Vertrauen auf unseren HERRN zu lernen, da ich als Bauer keine Möglichkeit habe, die äußeren Bedingungen für den Betrieb zu beeinflussen. Manchmal sorge ich
mich um die betriebliche Situation oder auch um unsere persönliche Zukunft als Familie. Dann kommt mir oft eine Verheißung Jesu aus dem Matthäus-evangelium in den Sinn: Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? [... ]
Trachtet zuerst nachdem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
Mt 6; 31,33


Ich kann leider nicht von mir behaupten, dass das Reich Gottes für mich immer oberste Priorität hat. Aber dass ER seine Kinder führt und für sie sorgt, das durfte ich mein Leben lang erfahren. Und weil Gott immer treu zu seinen Verheißungen steht, will ich mich immer wieder neu bemühen, zuerst nach SEINEM Reich und SEINER Gerechtigkeit zu trachten.
Für unsere Gemeinde wünsche ich mir, dass alle diesen treuen, sorgenden Gott erleben, und so zu Zeugen seiner Liebe und Barmherzigkeit werden.

 

 

 

 

    Familie Traar berichtete im Feber 2013

  "Gottes Hand hält Dich!"

Unterwegs auf dem Weg des Buches mit Pfarrer Hans Hecht im Juli 2012

Mit dieser Zusage auf einem hölzernen Stein/ Handschmeichler starteten wir drei evangelischen Pilger von der Weissenseer Kirche aus den Weg des Buches in umgekehrter Richtung.

Wir marschierten gemeinsam auf Straßen und Wegen und legten bei Schönwetter und auch Regen viele Höhenmeter zurück. Pfarrer Hans Hecht hat uns kompetent und sorgsam geführt. Er sorgte aber auch für Andachten mit den vorgesehenen Bibeltexten; auch Kirchen-, Kunst- und Kulturgeschichte der täglichen Etappen brachte er uns näher. Zusätzlich bekamen wir neben vielen netten Gesprächen, noch Unterricht in Pflanzen- und Tierkunde. Nach längeren Wegstrecken tat es gut, in einer Kirche zu sitzen und gemeinsam ein Leid anzustimmen.

Uns hat sehr imponiert, dass man zu Fuß für eine Strecke – die mit dem Auto gerade eine halbe Stunde ausmacht – stundenlang unterwegs ist. Das Leben wird langsamer, aber auch intensiver beim Gehen, manchmal auch schmerzvoller (Blasen an den Füßen). Aber gerade das ist das Besondere am Pilgern. In der Langsamkeit nimmt man viel mehr auf von der Umgebung, der Landschaft, den Pflanzen und Tieren. Die Seele wird ruhiger, der Kopf wird frei und das Herz öffnet sich für neue Begegnungen mit Menschen aber auch mit uns selbst. Und man bekommt Lust auf mehr von diesen Erfahrungen!

Also schließt euch an und wandert mit Pfarrer Hecht weiter ein paar Tage am Weg des Buches!

 

 

 

   
© 2014-2022 Evang. Pfarrgemeinde Lienz